
Fall 1: Verschuldung/Gefährdung durch Alkoholmissbrauch
Fragestellung
Ein technischer Mitarbeiter, seit 10 Jahren im Betrieb, geschieden, 2 Kinder, wird durch den Vorgesetzten an die Sozialberatungsstelle überwiesen. Der Mitarbeiter ist verschuldet und konsumiert nach Arbeitsschluss zunehmend Alkohol; am Arbeitsplatz ist noch nichts aufgefallen, es gibt keine Leistungseinbussen.
Erstgespräch
Das erste Gespräch findet gemeinsam mit Mitarbeiter, Vorgesetztem und Sozialberaterin statt. Als Zielsetzung der Beratung wird gemeinsam eine Klärung der finanziellen Situation des Mitarbeiters vereinbart; dadurch erhofft man sich eine Entlastung und damit eine Entschärfung der Alkoholgefährdung.
Situationsanalyse
Der Mitarbeiter geriet in eine persönliche Krise nach der Scheidung und der Trennung von den Kindern. Er verlor den Ueberblick über seine finanzielle Lage und machte Schulden; es bestehen Betreibungen und auch eine Lohnpfändung.
In der Beratung muss Klarheit in die Finanzen gebracht und der Alkoholkonsum soll thematisiert werden.
Verlauf
Die Schuldensanierung wird eingeleitet. Der Mitarbeiter erteilt der Sozialberaterin Vollmacht zur Verhandlung mit diversen Gläubigern und Amtsstellen. Zahlungsmodalitäten werden festgelegt und in einem Fall ein grosszügiger Teilerlass erwirkt. In Zusammenarbeit mit dem Vorgesetzten wird ein Firmendarlehen beantragt.
Während eines Jahres finden regelmässige Beratungssitzungen statt, welche auch Zahlungskontrollen beinhalten. Der Mitarbeiter gewinnt die Kontrolle über seine Finanzen zurück und gleichzeitig wird der Umgang mit Belastungen, die Familiensituation und Freizeitgestaltung zum Thema.
Abschluss
Die Entlastung des Mitarbeiters durch die Unterstützung der Sozialberatung und die Klärung der Situation sind spürbar. Sobald die letzte Rate des Firmendarlehens zurückgezahlt ist, wird ein gemeinsames Schlussgespräch mit dem Vorgesetzten stattfinden. Durch die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte das Ziel erreicht werden: ein guter, langjähriger Mitarbeiter bleibt der Firma erhalten. Der Mitarbeiter seinerseits schätzte die Unterstützung durch Vorgesetzten und Sozialberaterin, was sich positiv auf seine Motivation und Arbeitsmoral auswirkt. 
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